Schneefang-Systeme – Pflicht oder nicht?

Ihr Dachdecker und Spengler Meister für München und Umgebung klärt auf

Alle Jahre wieder – kommt nicht nur das Christkind auf die Erde nieder, sondern auch der erste Schnee.

Und mit ihm neben Freud auch so manches Leid: Autos müssen freigeschaufelt, Straßen gestreut und geräumt werden und Dächer… nun ja, welche Vorschriften gelten hier eigentlich? Reicht ein Hinweisschild mit der Warnung „Vorsicht, Dachlawinen“ aus beziehungsweise ist ein solches überhaupt Pflicht? Und wie sieht es mit Schneefang-Systemen aus? Pflicht oder Kür?
Ihr Dachdecker und Spengler Meister für München und Umgebung weiß Rat.

Schneefanggitter – die Rechtsgrundlage

Generell gilt: Schneefangsysteme auf dem Dach sind nicht Pflicht. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel: Einzelne Kommunen und Bundesländer in Deutschland machen von ihrem Recht auf bauliche Anordnung Gebrauch und fordern „geeignete Vorrichtungen“.

In Ländern und Kommunen ohne derartige Regelungen ergibt sich die Pflicht aus der so genannten Verkehrssicherungspflicht. Sie besagt, dass Eigentümer dafür verantwortlich sind, dass vom Gebäude keine vermeidbaren Gefahren für Menschen und Sachen ausgehen dürfen – Dachlawinen und Eiszapfen eingeschlossen.

Wer sich daran nicht hält, muss in der Regel für entstandene Schäden haften. Haftpflichtversicherungen übernehmen im Schadensfall nur dann, wenn der Pflicht nachgekommen wurde.

Keine Pflicht, kein Schneefang?

Auch wenn im Wohnort keine Sicherungssysteme vorgeschrieben sind, gilt: Jeder Bauherr sollte definitiv daran denken.

Grund ist die Verkehrssicherungspflicht, die für jeden Hausbesitzer gilt. Verursacht eine Dachlawine also einen Schaden, haftet der Hauseigentümer. Wer einen Schneefang auf dem Dach angebracht hat – fachgerecht installiert! – hat seine Pflicht zur Verkehrssicherung erfüllt und muss im Normalfall keine Konsequenzen fürchten.

„Vorsicht, Dachlawine!“ – rechtlich einwandfrei?

Wer gegen die Verkehrssicherungspflicht verstößt, kann zu Schadensersatz verklagt werden. Es gilt, wie auch beim Schneeräumen: Wer nicht räumt, zahlt. Wenn etwas passiert. „Vorsicht, Dachlawine“ ist dabei ein nett gemeinter Hinweis – häufig zu sehen in selbst gebastelter Papier-Form oder auf Holz geschrieben –, allerdings rechtlich nicht wirksam.

Zum Selbstschutz: Schneeschutz

So unterschiedliche Dachtypen es gibt, so variabel ist die Form des Schneeschutzsystems. Dabei gilt das so genannte Schneefanggitter als am häufigsten installiert – angebracht am Dach, um Schnee aufzuhalten. Damit die flachen Gitter, die im unteren Bereich eines Daches montiert werden, dem Druck des Schnees standhalten können, bestehen sie aus stabilem Metall.

Die Farbe kann der Farbe der Dachziegel angepasst werden. Der Schutzbereich sollte den Eingangsbereich des Hauses, den öffentlichen Gehweg und die Straße abdecken – wenn betroffen. Eine weitere Schneeschutz-Variante: so genannte Schneestopper, die mit Fanggittern kombiniert werden können. Ihr Vorteil: Sie dienen gleichzeitig als Abrutschsicherung respektive Trittstufen für Dachbegehungen.

Der Haken an der Sache? Genial!

Wer zusätzliche Sicherheit und noch mehr Schutz benötigt – wenn beispielsweise die Schneelast sehr oft sehr hoch ist oder das Haus an einer Straße mit hoher Frequenz liegt – kann on top zu den genannten Schneeschutzsystemen zu so genannten Schneefang-Haken greifen. Haken, die über das gesamte Dach verteilt werden.

Sie bieten bei Schnee eine zusätzliche Widerstandskraft und sorgen dafür, dass die Schneelast sich gleichmäßig verteilt.

Stopp dem Schnee – auch im Nachgang

Wer beim Hausbau schlecht beraten wurde oder nicht an Schneefangsysteme gedacht hat, kann beruhigt aufatmen: Schneefanggitter und Schneestopper lassen sich ohne großen Aufwand nachrüsten – von Ihrem Dachdecker und Spengler Meister für München und Umgebung. Jegliche Form der handwerklichen Selbstverwirklichung könnte hier ein böses Ende nehmen, Stichwort Absturzgefahr. Deshalb sollte das dem Fachmann überlassen werden.

Die Kosten eines Schneefangsystems hängen von unterschiedlichen Faktoren ab: darunter der Arbeitsaufwand des Dachdeckers und das System das auf das Dach kommen soll. Je hochwertiger das Material, desto höher der Preis.

S wie Solaranlage, S wie Schneeschutz?

Brauchen Solar-Panels und Solartherme-Kollektoren einen Schneeschutz? Die Antwortet lautet hier ganz klar: ja! Aufgrund der glatten Oberfläche, die sich durch Solaranlagen bildet, bietet das Dach dem Schnee weniger Halt als mit Ziegeln und ihrer rauen Struktur.

Die mögliche Folge: Abrutschen größerer Schneemengen. Die Gefahr: hoch. Ein Schneeschutzsystem: aus Sicherheitsgründen deshalb unbedingt zu empfehlen.

PV- und Solaranlagenreinigung

Der AMD-Tipp:

Betrachtet man die gängige Rechtssprechung, lohnt sich das Anbringen von Schneefangsystemen in jedem Fall – egal, ob schneereiches oder schneearmes Gebiet und auch im Falle von Kommunen, in denen ein solches System nur Kür, aber keine Pflicht ist. Denn: Die Haftung für den Hausbesitzer oder Hauseigentümer kann teuer werden. Die Verkehrssicherheitspflicht gilt in jedem Fall, an jedem Ort und zu jeder Zeit.

Wir beraten Sie gerne.